Kap Arkona
Heute besuche ich Kap Arkona, die markante Steilküste am nördlichsten Punkt der Insel Rügen. Mit seinen knapp 45 Meter hohen Klippen aus Kreide und Geschiebemergel bietet das Kap nicht nur einen eindrucksvollen Blick über die Ostsee, sondern auch einen spannenden Einblick in die Kulturgeschichte der Insel.
Schon in slawischer Zeit hatte das Kap besondere Bedeutung. Hier befand sich die Tempelburg Jaromarsburg, eine Kultstätte der Ranen, die dem Gott Swantewit geweiht war. Heute sind nur noch Wallreste erkennbar, da große Teile der Anlage durch Küstenabbruch verloren gegangen sind.
| Der Peilturm vor dem slawischen Wall |
Kap Arkona an der Nordspitze Rügens zählt zu den markantesten Punkten der deutschen Ostseeküste. Die Steilküste erhebt sich hier über 40 Meter und fällt abrupt in die See ab. Was heute ein beliebtes Ausflugsziel ist, war für die Schifffahrt über Jahrhunderte eine gefährliche Passage.
Weit ins Meer hinausragende Riffe und Sandbänke machten Arkona berüchtigt. Bei Sturm oder dichtem Nebel strandeten hier immer wieder Schiffe – ein Schicksal, das besonders in der Hansezeit gefürchtet war. Um diesen Gefahren zu begegnen, entstanden gleich mehrere Leuchttürme: 1827 der Schinkelturm, 1902 ein zweiter, größerer Leuchtturm mit stärkerem Licht, und dazu ein Marine-Peilturm für Funknavigation.
Heute sind die drei Türme das Wahrzeichen des Kaps. Sie erinnern daran, dass Arkona nicht nur für seine spektakulären Ausblicke und die weite Küstenlandschaft bekannt ist, sondern auch für seine bewegte Geschichte zwischen Schönheit und Gefahr.
Vor der Küste von Kap Arkona liegt zudem ein wahrer Schiffsfriedhof. Zahlreiche Wracks aus unterschiedlichen Jahrhunderten ruhen hier auf dem Meeresgrund – stille Zeugen der Risiken, die Riffe und Sandbänke für Seeleute bedeuteten. Von Handelsschiffen der Hansezeit bis hin zu Kriegswracks aus dem 20. Jahrhundert erzählt jedes einzelne seine eigene Geschichte. Taucher und Historiker schätzen das Gebiet heute als wertvolles Unterwasserkulturerbe, das eindrücklich zeigt, wie eng Schönheit und Gefahr am Kap Arkona beieinanderliegen.
| Die beiden Leuchttürme von Kap Arkona |
Heute ist Kap Arkona ein beliebtes Ausflugsziel. Die Türme können besichtigt werden, im Schinkelturm ist eine Ausstellung zur Geschichte der Seefahrt und der Leuchtturmtechnik eingerichtet. Von den Aussichtsplattformen reicht der Blick weit über die Ostsee, zu den Kreidefelsen und bis hin zur Nachbarinsel Hiddensee. Wanderwege führen entlang der Steilküste bis ins nahegelegene Fischerdörfchen Vitt, das mit seinen reetgedeckten Häusern ein eindrucksvolles Bild traditioneller Inselsiedlungen vermittelt.
| Leuchttürme von Kap Arkona. Im Vordergrund der Leuchtturm von Schinkel |
So verbindet Kap Arkona Natur, Geschichte und Technik auf engstem Raum: von der slawischen Tempelburg über die preußische Leuchtfeuerarchitektur bis hin zur modernen Nutzung als Kultur- und Ausflugsort.
| Eine alte Boje |
Zum Schluss noch etwas Organisatorisches: Man kann mit dem Auto nicht direkt bis zu den Türmen fahren. Auch nicht nach Vitt, dem hübschen kleinen Fischerdorf. Endstation ist einer der Parkplätze in Putgarten. Man hat die Wahl zum Kap/ nach Vitt zu laufen oder mit einer kleinen Touribahn hin zu fahren.
Rund um das Kap gibt es eine Menge solide angelegter Wanderwege. Über die schön angelegte Veilchentreppe kommt man sehr easy zum Strand.
| Eine alte Gas- und Ton-Boje |
Auf dem Rückweg unbedingt einen Fotostopp in Bobbin machen. Die um 1400 errichtete Wallfahrtskirche St. Pauli steht hoch über dem Ort. Sie ist die einzige Feldsteinkirche der Insel. Allerdings gilt das nur für ihren Unterbau. der Aufbau aus späteren Zeiten ist Backstein.
| Wallfahrtskirche St. Pauli in Bobbin |

Kommentare
Kommentar veröffentlichen